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31Mai/120

Auswirkung einer Gäubahnführung über die Bestandsstrecke auf die Kapazität des Bahnknotens Stuttgart

Sehr geehrte Damen und Herren,

Verkehrsminister Hermann hat im Rahmen des Filderdialogs die Variante zur Diskussion gestellt, die Gäubahn-Züge statt über den Flughafen weiterhin über die Bestandsstrecke zu führen und diese über einen Tunnel unter dem Killesberg in den Tunnel Bad Cannstatt einzufädeln. Dabei sollen die Bauvorleistungen für eine zukünftige Anbindung zweier zusätzlicher Gleise aus Zuffenhausen an den Tunnel Bad Cannstatt (P-Option) genutzt werden. Die Diskussion der Vor- und Nachteile dieser Variante ist bisher jedoch weitgehend auf den Filderraum begrenzt. Meine Frage ist daher, wie sich diese Variante auf die Leistungsfähigkeit des Bahnknotens Stuttgart 21 und auf dessen Erweiterungsoptionen auswirken würde. Ich bitte Sie dabei auf die folgenden Punkte einzugehen:

Wäre es baulich weiterhin möglich die P-Option und das Nordkreuz (S-Bahn-Tangentialverbindung Bad Cannstatt - Zuffenhausen sowie Anbindung der Gäubahn an den S-Bahn-Tunnel Bad Cannstatt) zu realisieren?
Wären für die P-Option noch ausreichende Trassenkapazitäten vorhanden, wenn neben den Zügen aus Bad Cannstatt auch die Züge der Gäubahn dieses Zulaufgleis nutzen würden?

Mit der Einfahrt der Gäubahn-Züge aus der "falschen Richtung" über den Tunnel Bad Cannstatt kann die bisher geplante Liniendurchbindung nach Schwäbisch Hall bzw. Nürnberg nicht realisiert werden, da die Züge aus Schwäbisch Hall und Nürnberg ebenfalls das Zulaufgleis aus Bad Cannstatt nutzen müssen (eine Einfahrt über Untertürkheim dürfte zumindest in der Hauptverkehrszeit an der höhengleichen Kreuzung der Fern- und S-Bahn-Gleise am Abzweig Nürnberger Straße scheitern). Gibt es Pläne für alternative Liniendurchbindungen, die hinsichtlich Fahrzeitverkürzungen und Fahrgastnachfrage sinnvoll sind (eine Durchbindung Singen-Tübingen wäre beispielsweise deutlich langsamer als ein Umstieg in Horb und es wäre fraglich ob Bedarf für einen fünften Grundtaktzug nach Tübingen bestehen würde), oder wären zusätzliche Leerfahrten zum Abstellbahnhof die wahrscheinliche Folge?

In der Spitzenstunde sind durch die Verstärkerfahrten die Bahnsteige 1-4 mit den Zügen aus den Richtungen Zuffenhausen und Bad Cannstatt bereits ohne die Züge der Gäubahn stärker belastet als die der Gegenrichtung (im Stresstestfahrplan 27 Züge zu 22 Züge). Würden auch die Züge der Gäubahn über den Tunnel Bad Cannstatt einfahren, hätte dies eine sehr einseitige Auslastung der Bahnsteige (31 Züge zu 18 Züge) zur Folge. Wie schätzen Sie die Gefahr ein, dass dadurch die Fahrplangestaltung deutlich an Flexibilität verlieren könnte bzw. früher Erweiterungsmaßnahmen im Bahnhofsbereich erforderlich werden könnten?

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Patrick Nass

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