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15Nov/120

Brandschutzgutachten falsch zitiert?

Sehr geehrter Herr Dietrich.

In Ihrer Antwort zum Thema Brandschutz

http://direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/stuttgart21/messages/brandschutz-42997

machen Sie Aussagen, die ich teilweise nicht mit dem von der Bahn beauftragten Gutachten der Firma Gruner

http://www.bei-abriss-aufstand.de/2012/10/11/brandschutz-gutachten-s21-darf-so-nicht-gebaut-werden/

in Übereinstimmung bringen kann. Ich stelle die Aussagen gegenüber und bitte um eine Erklärung.
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Dietrich: ...greift ein mehrstufiges Entrauchungs- und Rettungskonzept. Im Fokus steht dabei zunächst die zuverlässige Entrauchung der Station, um eine sichere Evakuierung zu ermöglichen.

Gruner: Neben den vorgenannten Problemen im Zusammenhang mit dem Evakuierungskonzept betrachten wir auch das vom Berichterstatter vorgeschlagene Entrauchungskonzept kritisch.
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Dietrich: Gutachten und Entrauchungsversuchen an mehreren Modellen haben gezeigt, dass die Rauchentwicklung damit auf den unmittelbaren Bereich des Brandherdes begrenzt und die übrige Bahnhofshalle praktisch rauchfrei gehalten werden kann.

Gruner: Der angenommene Vorteil des Systems, das Rauch zurückgedrängt wird, kehrt sich schliesslich erwartungsgemäss in den Nachteil um, dass infolge der maschinell erzeugten Scherströmungen zunehmend Rauchgase in die Gehschicht eingemischt werden und somit schliesslich die gesamte Bahnhofshalle verraucht wird. ....dort ergibt ein Simulationslauf (Simulationsnummer 24), dass nach spätestens 24 Minuten die gesamte Bahnhofshalle (d.h. Stege A, B und C) verraucht ist. Es wird somit toleriert, dass flüchtende Personen kontaminierte Luft atmen.
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Dietrich: Mit der zuverlässigen Entrauchung einher geht die Evakuierung der Bahnhofshalle. In den ersten Minuten der Evakuierung steht dabei die Selbstrettung im Vordergrund. Der allergrößte Teil der Reisenden verlässt die Station über die zahlreichen Treppen und Zugänge.

Gruner: Erschwerend kommt hinzu, dass die nun vorgelegten Simulationsergebnisse der Evakuierungssimulation deutlich erhöhte Personendichten im Bereich vor den Treppen von den Bahnsteigen zeigen. .....Die mittlere Stauzeit der zu evakuierenden Personen auf dem Bahnsteig beträgt nach Aussagen der Berichterstatter etwa 8 Minuten, im ungünstigsten Fall liegt die maximale Stauzeit vor den Treppen bei 19 Minuten...
Angesichts der problematischen Entrauchungssituation ... und der Tatsache, dass am betroffenen Bahnsteig ggf. ein brennender Zug steht, sind diese Werte als äusserst kritisch zu beurteilen. ..... In Verbindung mit den über 18 Minuten ermittelten Personendichten von mindestens 4 Personen/m2 ist daher kaum davon auszugehen, dass gesundheitsgefährdende Dichten und Drücke bei einer Evakuierung des Stuttgarter Hauptbahnhofs ausgeschlossen werden können.
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Dietrich: Vielmehr wird durch das Entrauchungskonzept sichergestellt, dass weite Teile des Bahnsteigs über die Selbstrettungsphase hinaus rauchfrei gehalten werden. Diese Bereiche bleiben auch während des Brandes rauchfrei.

Gruner: ...und somit schließlich die gesamte Bahnhofshalle verraucht wird. (Siehe oben)
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Dietrich: An dieser Stelle setzt mit der Fremdrettungsphase nun ein weiterer Baustein des vielschichtigen Sicherheitskonzepts an. Aus allen vier Himmelsrichtungen können Rettungskräfte auf kurzen Wegen in den Bahnhof strömen, um den Brand zu bekämpfen und einzelne verbliebene Reisenden zu evakuieren.

Gruner: Darüber hinaus ist festzuhalten, ….dass … immer noch keine stringente plangrafische Darstellung des Konzepts und der Fluchtwegführung vorliegt, die Fremdrettungsphase nicht ausreichend berücksichtigt wird und die verschiedenen Schnittstellen zu Tunnelstrecken sowie angrenzenden Gebäuden weiterhin nicht ausreichend gewürdigt werden.
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Herr Dietrich, liegt Ihnen da ein anderes Gutachten vor, aus dem Sie zitieren?

Ich bitte diesmal um Freischaltung meiner Frage, die parallel auch an die Presse geht.

Mit freundlichen Grüßen
Karsten vom Bruch

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